Die Klinikschule der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) ist eine Schulfiliale der Marianne-Buggenhagen-Schule und befindet sich auf dem Gelände des Helios Klinikums in einem eigenen Gebäude. Unterrichtet werden ausschließlich Schülerinnen, die gleichzeitig Patientinnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind.
Die Klinikschule orientiert sich mit ihrer Aufnahmekapazität an der Zahl der stationären Behandlungsplätze der Klinik und unterrichtet Schüler*innen aller Schulformen von der 1. bis zur 10. Klasse.

Unterrichtskonzept
Unsere sehr heterogene Schülerschaft wird in kleinen Lerngruppen unterrichtet. Die Klassenzuordnung berücksichtigt sowohl die Jahrgangsstufe als auch die soziale Verträglichkeit einzelner Gruppenkonstellationen.
Jede Klasse verfügt über einen eigenen Raum, ausgestattet mit modernen Unterrichtsmedien (interaktive Whiteboards, iPads, Laptops, PCs). Dadurch können Lernmaterialien der Herkunftsschulen unkompliziert eingebunden werden – so lernen die Schüler*innen ohne unnötige Brüche weiter.
Wir bieten einen täglichen Kernunterricht von zwei Unterrichtsblöcken à 90 Minuten, ergänzt durch individuelle Nachmittagsunterricht.
Der Unterricht orientiert sich an den Rahmenlehrplänen und am Curriculum der Herkunftsschule – angepasst an die jeweilige persönliche Situation, den Gesundheitszustand und die therapeutischen Vorgaben.
Schwerpunktfächer sind:
- Mathematik
- Deutsch
- Sachunterricht
- Englisch (Sek I)
- Gesellschaftswissenschaften
- Naturwissenschaften
Zusätzlich strukturieren vielfältige Projekte (beispielsweise im Kunstbereich) den Wochenrhythmus. Leistungsüberprüfungen können – wenn es die Situation zulässt – zeitgleich oder zeitnah zur Herkunftsschule stattfinden.
Schulleben im Klinikalltag
Trotz der wechselnden Schülerschaft schaffen wir ein aktives Klassen- und Schulleben. Dazu gehören Projekte, Basare, Wettbewerbe sowie Feste im Jahreskreis, beispielsweise zu Ostern, Weihnachten oder als Höhepunkt des Jahres: unser Sommerfest der Klinikschule.
Unser Team
An der Klinikschule arbeiten erfahrene Lehrkräfte mit unterschiedlichen Qualifikationen (Sonderpädagogik, Grundschule, Sekundarstufe I) und vielfältigen Fachkombinationen.
Bei schulischen Herausforderungen koordinieren wir gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie Kontakte in das Hilfesystem (z. B. Schulpsychologie, SIBUZ, Jugendhilfe, externe Therapeutinnen) und nehmen an Hilfekonferenzen teil.
Unsere Ziele
1. Individuelle Förderung
Jedes Kind erhält ein schulisches Angebot, das sich an den persönlichen Voraussetzungen, der Erkrankung und der individuellen Schullaufbahn orientiert.
2. Vielfältigkeit
Ziel ist es, zumindest in den wichtigsten Schulfächern, ein vielfältiges Angebot an Unterrichtsinhalten und Lernmaterialien bereit zu halten. Wir ermöglichen Lernen in vertrauten Formen, bieten aber auch alternative Unterrichtsmethoden – insbesondere, wenn diese an der Herkunftsschule als belastend erlebt wurden.
3. Förderung der psychischen Gesundung
Im schulischen Alltag schaffen wir Lernräume, die Selbstwirksamkeit, Stabilität und das therapeutische Ziel der psychischen Gesundung unterstützen.
4. Schulische Rehabilitation
In enger Abstimmung mit Herkunftsschulen und beteiligten Institutionen entwickeln wir Perspektiven für den weiteren Bildungsweg und unterstützen die schulische Reintegration.
Nachsorge
Viele unserer Schüler*innen erleben Schwierigkeiten, die sich im schulischen Kontext zeigen. Deshalb unterscheiden sich die Unterrichtsziele häufig von denen einer Regelschule. Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist die Beratung zur weiteren Schullaufbahn, die oftmals eng mit dem Klinikaufenthalt verbunden ist.
Anders als andere Schulen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die ihre Schüler*innen über den klinischen Aufenthalt hinaus unterrichten und zum Schulabschluss führen können, verfügt die Klinikschule-Buch über solche Möglichkeiten nicht. Unsere Nachsorge besteht darin, Schüler*innen und Erziehungsberechtigte über alternative schulische Wege zu informieren, Herkunftsschulen bei der Reintegration zu beraten und Empfehlungen für weitere schulische Perspektiven auszusprechen.
Die Begleitung durch die Klinikschule endet in der Regel mit der Entlassung aus der stationären Behandlung. Im Einvernehmen mit den Sorgeberechtigten kann eine Weiterbetreuung durch die Beratungslehrkraft für psychisch erkrankte Schüler*innen erfolgen. Grundsätzlich gilt jedoch, dass wir Empfehlungen aussprechen – die Umsetzung liegt bei den jeweiligen Schulen und beteiligten Institutionen.


